Projekt

Hämophile Kinder und Jugendliche können heute genauso aktiv und fit sein wie ihre Altersgenossen ohne Blutgerinnungsstörungen. Dies belegen die Ergebnisse und Erfahrungen des Forschungsprojekts aus mittlerweile 15 Jahren. Noch vor wenigen Jahren galt dies als undenkbar – zu groß war die Gefahr nicht kontrollierbarer Blutungen und ihrer Folgen. Heute ermöglichen moderne Medikamente und eine intensive medizinische Betreuung ein Heranwachsen ohne bewegungseinschränkende Blutungsfolgen, ein Hauptproblem der Hämophilie-Erkrankung. Dennoch gilt es auch heute noch, trotz aller Fortschritte, das Blutungsrisiko bei körperlichen Aktivitäten so weit wie möglich zu minimieren.

Fitness gezielt fördern

Die Auswertung unserer Fitnessdaten macht deutlich, dass sich das gesamte Fitnessniveau gegenüber anderen Kindern und Jugendlichen kaum unterscheidet. Nicht selten wurden sogar hervorragende Resultate erzielt, was die grundsätzlichen Möglichkeiten beweist. Allerdings zeigen sich bei Hämophilen recht häufig Defizite im Bereich der Rücken- oder Bauchmuskelkraft sowie bei der Beweglichkeit, wo besonders im Bereich der rückseitigen Beinmuskulatur eine Einschränkung der Dehnfähigkeit vorliegt. Beides sind wichtige Gesundheitsfaktoren, die unmittelbaren Einfluss auf Gelenkstellung und die Gelenkbelastung nehmen. Gleichzeitig wird deutlich, dass sich durch die Fit-for-Life-Übungsprogramme gezielte Verbesserungen erreichen lassen, wie die Wiederholungsmessungen nach einem Jahr zeigten.